Nachhaltige Brautmode

Jede Braut wird sich früher oder später, mehr oder weniger mit der Brautmode auseinandersetzen. Egal ob du dich am Ende für ein pompöses Prinzesinnenkleid oder ein legeres Strandkleid entscheidest, konventionelle Kleider sind leider meist nicht nachhaltig. Aber zum Glück gibt es mittlerweile unglaublich viele umwelt- und menschenfreundliche Alternativen! Wie diese Alternativen aussehen und allgemeine Tipps zur Brautmode findest du auf dieser Seite. 

Die Expertin in Sachen Brautmode: Jessica von Glücksrobe

Ich bin extrem happy, dass ich für dieses Thema die super sympathische und kompetente Powerfrau Jessica gewinnen konnte. Sie verkauft schon seit 2016  in ihrem eigenen Brautladen (Glücksrobe) sehr erfolgreich secondhand Brautkleider und -accessoires. Sie war eine der ersten, die secondhand Brautmode modern umgesetzt hat. Ich bin auf jeden Fall hin und weg und kann euch nur wärmstens ans Herz legen, ihr bei Instagram zu folgen. Dort teilt sie nicht nur aktuelle Kleider und super wertvolle Tipps rund um die Brautmode, sondern auch interessante Einblicke in ihren Berufsalltag.  

Die Expertin in Sachen Brautmode: Jessica von Glücksrobe

Jessica von Glücksrobe

1. Warum Hochzeitskleider meist nicht nachhaltig sind

Brautkleider werden meist in Asien (China, Indien, Bangladesch, Türkei) hergestellt. Dadurch wird Folgendes unterstützt:

  • hohe CO2-Emissionen durch den weiten Transport 
  • unmenschliche und sklavenähnliche Arbeitsbedingungen durch fehlende Arbeitnehmerschutzrechte
  • Extrem niedrige Löhne
  • Kinderarbeit

Einsatz von umweltschädlichen Materialen:

  • Konventionelle Baumwolle bedingt
    • einen hohen Wasserverbrauch, auch in Ländern in denen Wasserknappheit herrscht
    • die Nutzung von giftigen Pestiziden, die die Böden, Tiere und Menschen vergiften
  • Für die Produktion von Seide, werden die Seidenspinnenraupen vor dem Schlüpfen aus den Seidenkokons lebendig gekocht, damit der Seidenfaden nicht zerstört wird.  
  • Polyester führt zu Mikroplastik

Dabei werden Hochzeitskleider nur wenige Male, oft auch nur ein einziges Mal getragen. 

2. Schnitte, Farben und Trends

Damit ihr euch bei den unzähligen Schnitten einen umfassenden Überblick verschaffen und somit eure Suche nach dem perfekten Kleid etwas einschränken könnt, haben wir euch eine kleine, aber feine Übersicht erstellt. Ihr findet darin sowohl Rock-, als auch Oberteilschnitte und dazu passende Figuren. ABER: lasst euch bitte nicht von den Figur-Empfehlungen entmutigen. Das allerwichtigste ist, dass ihr euch in eurem Hochzeitskleid wohlfühlt!

Nachhaltige Brautmode
Nachhaltige Brautmode

Weiß ist nicht gleich Weiß. Bei Brautkleidfarben gibt es unterschiedlichste Weiß-Töne, die jeweils zu unterschiedlichen Hauttypen passen. Im Folgenden findet ihr eine Übersicht aller klassischen Farbtöne in einer Übersicht inklusive einer Hauttonempfehlung

Nachhaltige Brautmode

Die Trends im Jahr 2020!

  • Stil: Boho/Vintage
  • Farbtöne: Rosé, Blush, Apricot
  • 3D Spitze
  • Transparenz
  • Rückenfrei
  • Cut outs
Nachhaltige Brautmode
Nachhaltige Brautmode

3. Nachhaltige Alternativen beim Brautkleidkauf

Die folgenden Optionen zeigen euch, wie ihr bei der Brautmode keine Kompromisse mehr eingehen müsst. Mittlerweile gibt es so viele Möglichkeiten, sowohl euren Geschmack als auch euer Gewissen zu bedienen. 

 

// Nachhaltige Labels 
Es gibt weltweit vielzählige Brautmodelabel, die nachhaltige Kleider anbieten. Im Folgenden eine Auswahl an Deutscher Labels:


// Secondhand
Was gegen secondhand spricht? Nichts! Immer mehr Bräute verkaufen ihre Hochzeitskleider, wodurch ihr eine wirklich große Auswahl bekommt. Einzig auf die Länge solltet ihr beim Kauf achtengekürzt ist schnell, fehlt ein Stück wird es schwierig.

// Brautkleidverleih
In jeder größeren Stadt kann man inzwischen Brautkleider leihen. Diese Läden haben oftmals eine sehr große Auswahl und so müsstet ihr nicht mal auf den klassischen Anprobetermin mit euren Liebsten verzichten. 

// Recycling
Recycling klingt in diesem Zusammenhang komisch. Gemeint ist, dass ihr das Brautkleid eurer Mutter, Oma, Tante, Freundin … an eure Vorstellungen anpasst. Vintage ist ja eh in und so ein Kleid kann schon mit wenigen Änderungen komplett anders und modern aussehen. Dafür braucht ihr nur eine gute Schneiderin.

// Minimalismus
Überlegt euch, was ihr wirklich braucht. Die Brautmode hört ja nicht beim Kleid auf. Braucht ihr wirklich einen Schleiher, einen Tüllrock, Schmuck, eine Handtasche …

// Verkaufen, Re-use, Mix and Match 
Dieser Punkt bezieht sich eher darauf, was ihr nach der Hochzeit mit eurem Brautkleid machen könnt. Verkauft euer Kleid nach eurer Hochzeit, damit sich der Ressourceneinsatz relativiert. Oder achtet beim Kauf darauf, dass ihr das Kleid nochmal anziehen könnt, ggf. nachdem ihr es eingefärbt habt. Dazu passt auch der Trend „Mix and Match“. Das sind Zweiteiler, deren Oberteil oder Rock gut mit einem legereren Teil kombinierbar ist und so auch gut nach der Hochzeit getragen werden kann.

Nachhaltige Brautmode

4. Tipps für den Brautkleidkauf

Beim Kauf eures Brautkleides solltet ihr vor allem auf folgende Aspekte achten: 

  • Entweder das Kleid haut euch aus den Socken oder es ist nicht das richtige!
  • Verkleidet euch nicht, sonst werdet ihr euch nicht zu 100 % wohlfühlen .
  •  Das Kleid muss bequem sein. Achtet besonders auch auf den Bewegungsfreiraum. Die ersten 15 Minuten sind Kleider, vor allem wenn ihr ausschließlich gestanden seid, meist bequem. Wie sieht es aus, wenn ihr sitzt oder tanzt?
  • Eure Brust sollte sicher und bequem sitzen. 
  • Bemesst die Länge des Kleides mit den Schuhen, die ihr an der Hochzeit tragen werdet. 
  • Achtet bei secondhand Kleidern auf eine ausreichende Länge
  • Holt euch das Kleid in eurer Größe, eine Konfektion größer oder kleiner ist realistisch und kein Problem.

5. Was sonst noch zur Brautmode gehört

Wenn es um die Brautmode geht, ist beim Brautkleid längst nicht Schluss. Sowohl bei der Planung als auch beim Budget solltet ihr folgende Dinge berücksichtigen – sofern ihr sie wollt. 

    • Brautkleid
    • Reifrock
    • Tüllrock
    • Überrock
    • Schleier
    • Schmuck
    • Haarschmuck / Head
    • Gürtel
    • Unterwäsche / Korsage
    • Schuhe
    • Handtasche
    • Spitzenjäckchen / Bolero / Stola
     
    • Brautkleid
    • Reifrock
    • Tüllrock
    • Überrock
    • Schleier
    • Schmuck
     
    • Haarschmuck / Head Pieces
    • Gürtel
    • Unterwäsche / Korsage
    • Schuhe
    • Handtasche
    • Spitzenjäckchen / Bolero / Stola 
    Nachhaltige Brautmode

    6. Onlineshopping vs. Brautladen

    Ihr könnt euer Brautkleid entweder online oder in einem Brautladen shoppen. Beides hat seine Vor- und Nachteile. 

    Vorteile Brautladen

    • Kompetente Beratung
    • Anprobe vor dem Kauf möglich
    • Mehrere Modelle und Stoffe können anprobiert werden
    • Traditionelles Happening mit Liebsten möglich

    Vorteile Onlineshopping

    • Unbegrenzte Auswahl
    • Günstiger, da ohne Verkäuferprovision
    • Bequem von Zuhause möglich
    • Keine Terminbindung
    Nachhaltige Brautmode

    8. Good to know für den Termin im Brautladen

    // Termin 9 – 6 Monate vor der Hochzeit einplanen
    Je nachdem welches Kleid ihr wählt, kann die Lieferung schon mal über ein halbes Jahr dauern. Bei einem secondhand Kleid, dass ihr direkt mitnehmen könnt, solltet ihr 4-6 Wochen für die Änderungen einplanen. Das gilt auch für ein neues Kleid.

    // 2 Brautläden reichen aus
    Wählt euch die Brautläden lieber gezielt aus, achtet auf eine große Auswahl und prüft, ob ihr online (Website, Instagram, …) einen Eindruck vom Sortiment bekommt. Für den Fall, dass im ersten Laden nichts dabei sein sollte, vereinbart einen Termin in einem zweiten Laden. Bei mehr als zwei Brautläden seid ihr irgendwann überreizt und könnt euch wahrscheinlich nicht mehr entscheiden.

    // Plant 2 Stunden ein 
    Ein Anprobetermin in einem Brautladen dauert normalerweise zwischen 1,5 – 2 Stunden

    // Anzahl der Begleitungen
    Das ist ganz davon abhängig wie homogen die Gruppe ist. Überlegt euch aber sehr gut, wie viele Personen ihr mitnehmen wollt. Zu viele Meinungen sind alles andere als förderlich.

    // Vorbereitungen für den Termin
    Lasst euch auf Instagram, Pinterest o.ä. inspirieren. Wenn ihr mit ungefähren Vorstellungen zur Anprobe geht, hilft das eurer Beratung ungemein und ihr könnt gezielter Kleider auswählen. Bleibt aber gleichzeitig auch offen für anderes. Ihr wärt nicht die erste Braut, die mit einem komplett anderen Kleid aus dem Laden läuft.

    Zum Termin kommt ihr am besten ohne Make-up, damit die Kleider nichts abbekommen. Tragt helle oder sogar hautfarbene Unterwäsche, wenn vorhanden ohne Nähte und Bauchwegfunktion und bringt hohe Schuhe mit, die in etwa den Hochzeitsschuhen entsprechen. 

    // Ablauf des Termins

    1.  Ankunft, Vorstellung, Getränke
    2. Vorstellungen der Braut
    3. Auswahl der Kleider
    4. Anprobe aller Kleider
    5. Anprobe der Favoriten
    6. Entscheidung

    // Ihr müsst euch nicht gleich entscheiden
    Lasst euch auch nicht von der Beraterin dazu drängen, wenn ihr euch noch nicht zu 100 % sicher seid und in einem anderen Laden weitere Kleider anprobieren wollt. Das ist völlig in Ordnung und normal. 

    // Ihr könnt die Änderungsschneiderei wählen
    Man kann nicht pauschal sagen, ob die Änderungsschneiderei des Brautladens oder eine unabhängige Schneiderei besser oder günstiger ist. Falls ihr wollt, holt euch zusätzlich zum Angebot des Brautladens ein zweites ein und vergleicht. Wichtig ist nur, dass die Schneiderei Erfahrung mit Brautkleidern hat. 

    9. Was es nach dem Kauf zu beachten gilt

    // Aufbewahrung des Kleides
    Bewahrt das Kleid immer in einem Kleidersack auf und nutzt entweder die Aufhänger des Kleides oder einen gepolsterten Bügel. Das Kleid sollte auf jeden Fall frei hängen können und unten nicht aufliegen.

    // Änderungsschneiderei
    Normalerweise gibt es 2 Termine bei der Schneiderei. Einen zum Abstecken und einen zweiten zur Anprobe. Der erste sollte ca. 4-6 Wochen, der zweite 1-2 Wochen vor der Hochzeit vereinbart werden. In der Hauptsaison (April – Oktober) solltet ihr die Termine rechtzeitig anfragen.

    Damit eure Brust optimal sitzt, könnt ihr euch die Cups von einem eurer BHs einnähen lassen. Da könnt ihr sicher sein, dass er sitzt.

    Bei einem Kleid mit viel Spitze auf der Haut reagieren manche mit Rötungen. Um das zu vermeiden, könnt ihr euch eine dünne Silikonschicht unter die Spitze nähen lassen.

    // Besorgt euch hautfarbene und nahtlose Unterwäsche
    Der Trend geht mittlerweile zum Brautkleid ohne Tüll, wodurch die Kleider transparenter werden und sich die Unterwäsche besser abzeichnen kann. 

    // Übt das Anziehen
    Übt das Anziehen des Kleides mit eurer Mutter oder Trauzeugin im Vorfeld. Je nachdem wie raffiniert das Kleid ist, benötigt das durchaus Übung. Besorgt euch, wenn nötig, eine Häkelnadel zum Knüpfen.

    // Must Have: Notfallfleckenentferner
    Für den Fall, dass das Kleid beim Anziehen Make-up oder einen fiesen Rotweinfleck abbekommt, solltet ihr einen Fleckenentferner (z.b. Bride & Shine) parat haben.

    // Sucht euch eine Spezialreinigung
    Wenn ihr das Kleid reinigen lassen wollt, sucht euch eine Reinigung, die auf Brautkleider spezialisiert ist. Sonst kann es passieren, dass euer Kleid kaputt geht.

    Nachhaltige Brautmode

    10. Tipps für Schwangere

    • Kauft das Kleid, wenn möglich kurzfristig (4-8 Wochen vor der Hochzeit)
    • Achtet auf den Schnitt. Die Naht sollte unter der Brust und nicht in der Taille sitzen
    • Geht kein Risiko ein und kauft lieber zu groß, als zu klein. Man weiß nie, wie groß der Bauch wird.

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.